Heute hat die Stadt Zürich über die Umsetzung der Stadtklima-Beschlüsse informiert. Die Zwischenbilanz ist erfreulich. Nun gilt es die geplanten Projekte weiterhin konsequent umzusetzen. Der vergangene Hitzesommer zeigt eindrücklich auf, dass Massnahmen zur Hitzeminderung dringend umgesetzt werden müssen.
Die Stadt Zürich hat aufgrund der Stadtklima-Beschlüsse von umverkehR den Auftrag, bis 2035 über 600 000 m2 Strassenfläche zugunsten von Fuss-, Velo- und öffentlichem Verkehr umzunutzen und zu begrünen. Bereits nach einem Jahr sind 33,3 Prozent der Zielvorgaben zur Begrünung und 8,3 Prozent der Zielvorgaben für den Ausbau des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs erreicht. «Wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass die Stadt bei der Umsetzung auf Kurs ist und vielversprechende Projekte in Planung sind.» äussert sich Silas Hobi, Geschäftsleiter von umverkehR
Der Hitzesommer zeigt die Dringlichkeit deutlich auf
Die zunehmende Sommerhitze, zeigt wie dringend der Schutz der Bevölkerung ist. Die Umsetzung der Stadtklima-Beschlüsse muss deshalb zügig vorangetrieben werden. Es braucht mehr Bäume, weniger Asphalt und mehr Platz für den Fuss- und Veloverkehr. «Die geplanten Projekte stimmen zuversichtlich. Entscheidend wird sein, ob die Projekte wie vorgesehen und innerhalb der Frist umgesetzt werden können.» führt Hobi weiter aus.
Unnötiger Etikettenschwindel
Überraschend ist, dass die Stadt ausgerechnet bei der Begrünung bereits nach einem Jahr einen Dittel des Ziels bis 2035 erreicht hat. Leider stellt sich bei genauerer Betrachtung heraus, dass dies aufgrund der Anrechnung des Überlandparks ist. «Das ist reiner Etikettenschwindel, denn dafür wurde keine Strassenfläche umgewidmet, was nach Gesetz eindeutig der Fall sein muss.» ärgert sich Hobi. Unter dem Überlandpark rollt weiterhin eine Autobahn.
Der Kanton bremst
Einer raschen Umsetzung steht einmal mehr der Kanton im Weg. Konkret gibt er das bereits festgesetzte Projekt am Sihlquai nicht frei. Langjährige Rechtsverfahren wegen Tempo 30 drohen die Realisierung unnötig zu verzögern. «Wichtig ist, dass der Kanton die Wichtigkeit der Hitzeminderungsmassnahmen ebenfalls anerkennt und geplante Projekte nicht unnötig verzögert, sondern schnell zur Umsetzung freigibt.» fordert Hobi.
Luft nach oben
Aber auch die Stadt könnte rascher und konsequenter voranschreiten. Bei den Velovorzugsrouten geht es nur schleppend voran. Von 130 km sind erst gut sechs Kilometer umgesetzt. Und auch wenn 24 km durch Einsprachen blockiert sind, erstaunt, dass die Stadt nicht schon längst alle Velorouren öffentlich aufgelegt hat. Ausserdem geht die Stadt bei der Umsetzung der Quartierblöcken viel zu zaghaft vor. «Insbesondere bei der Umsetzung von Quartierblöcken sowie beim Vorantreiben der Velovorzugsrouten besteht noch Luft nach oben. Hier kann die Stadt schneller vorwärts machen.», kritisiert Hobi.
Über die Stadtklima-Beschlüsse
Die Stadtklima-Beschlüsse sind die Gegenvorschläge der Stadtklima-Initiativen, welche der Verein umverkehR gemeinsam mit vielen Partnerorganisationen in mittlerweile elf Schweizer Städten lanciert hat. In Zürich wurden die Initiativen zugunsten der breit abgestützten Stadtklima-Beschlüsse zurückgezogen.
Dank dem «Beschluss für ein gesundes Stadtklima» wird die Bevölkerung vor Hitzetagen und Tropennächten geschützt. Zur Schaffung von zusätzlichen Grünflächen mit Bäumen werden in den nächsten zehn Jahren 145’000m2 der Strassenfläche umgewandelt und 2'000 zusätzliche Strassenbäume gepflanzt.
Mit dem «Beschluss für eine zukunftsfähige Mobilität» bekommt der klimafreundliche Verkehr mehr Platz. Damit wird die Verlagerung auf diese Fortbewegungsformen gefördert. Dafür werden in den nächsten 10 Jahren 462’000m2 der Strassenfläche in Fuss- und Velowege sowie Bus- und Tramspuren umgebaut.
